[Blog] Die zerstörten Illusionen

Durch unsere Aufklärung bringen wir Pferdebesitzer und -halter dazu, genauer hinzuschauen und bestehende Abläufe zu hinterfragen. Wir schaffen Wissen – und damit lösen sich auch Illusionen auf.

„Mit dem Wissen wächst der Zweifel“, sagte bereits Johann Wolfgang von Goethe – und genau das lässt sich auch in der Pferdewelt beobachten. Je mehr man versteht, desto häufiger beginnt man zu hinterfragen, ob bestimmte Vorgehensweisen tatsächlich logisch, sinnvoll und nachhaltig sind.

Immer wieder werde ich zu Pferden gerufen, die bereits eine lange „Therapiegeschichte“ hinter sich haben: Osteopathen, Physiotherapeuten, Tierärzte, mehrere Behandlungen von allen beteiligten. Oft heißt es danach: Das Pferd lief kurzzeitig besser – und trotzdem sind die Probleme nach kurzer Zeit wieder da. Dann folgt fast immer dieselbe Aussage: „Irgendwann muss es doch jemanden geben, der das dauerhaft lösen kann!“

Doch genau hier liegt der entscheidende Denkfehler: Die Verantwortung wird nach außen abgegeben.

Ich sehe meine Aufgabe deshalb auch in der Aufklärung. Ich erkläre, was ich am Pferd erkenne, zeige Strukturen wie Muskulatur, Knochenpunkte und Sehnenverläufe und lasse Besitzer selbst erleben, wie sich Bewegung mit und ohne Defizite anfühlt. Ziel ist nicht nur Verständnis – sondern Bewusstsein für Zusammenhänge, die man nicht mehr „wegbehandeln“ kann.

Manche reagieren darauf mit echter Bereitschaft zur Veränderung. Sie beginnen, ihr Training anzupassen, denken um – und genau dort entstehen oft nachhaltige Verbesserungen.

Andere hingegen suchen weiterhin nach der schnellen Lösung: „Wann ist das Pferd wieder reitbar?“, „Geht ein Turnier nächste Woche?“, „Könntest du es wieder einrenken, damit es läuft?“

Diese Haltung zeigt ein grundsätzliches Problem: Das Pferd wird nicht als fühlendes Lebewesen mit Anpassungsgrenzen gesehen, sondern als funktionierendes System, das wieder „hergestellt“ werden soll.

In einem Gespräch wurde ich einmal ernsthaft gefragt: „Haben Pferde eigentlich Gefühle?“

Die Antwort ist eindeutig: Ja!
Pferde sind Lebewesen mit einem Nervensystem, mit Wahrnehmung, mit Emotionen. Angst, Schmerz, Stress – all das sind keine Interpretationen, sondern biologische Realitäten. Als Fluchttiere sind diese Gefühle sogar überlebenswichtig.

Folgend eine kleine Auflistung der häufigsten Ursachen, die ich fast täglich erlebe:

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[Frage] Wann braucht ein Pferd ein Körpertraining?

  1. Ältere Pferde, bei denen durch das Tragen vom Reiter die Wirbelsäule abgesackt ist oder die Pferde generell aus der Balance gekommen sind.
  2. Sportpferde, bei denen der Körper durch ein Leistungssystem vorzeitig verbraucht wurde.
  3. Instabile Pferde, bei denen das Skelett nur durch das Aktivieren der Tragemuskeln stabil werden kann.
  4. Pferde mit schiebenden Hinterbeinen, welche man reiten möchte.
  5. Steife Pferde, die ohne gezieltes Dehnungsprogramm nur mit Kraftanstrengung zu reiten sind.
  6. Pferde, bei denen aufgrund moderner Zucht der Schwerpunkt zu weit vorne liegt.
  7. Junge Pferde, welche man systematisch aufbauen möchte, damit sie im Alter die Hohe Schule erreichen können.

Der Mensch möchte das Pferd als Reittier nutzen. Die Natur sah dies bei der Erschaffung der Equiden allerdings nicht vor.
Daher ist ein gezielter Aufbau des Pferdekörpers von größter Wichtigkeit, um frühzeitigen Verschleiß zu vermeiden.
Das Körpertraining verändert die Beckenstellung des Pferdes, welches so mehr Last aufnehmen und die Wirbelsäule von hinten nach vorne anheben kann. Daraufhin kann das Pferd sich und den Reiter in ausbalancierter Selbsthaltung tragen und bleibt gesund.

[Blog] Abwechslungsreiches Training

Ich habe mich entschieden in dieses Thema viele Fragen, von euch, einfließen zu lassen.

Darunter waren u.a.:

  • Können Stangen uns beim Training unterstützen?
  • Hilft es, mit dem Pferd bergab und bergauf zu reiten / laufen, um die Hinterhand zu aktivieren?
  • Trotz, GHP (Gelassenheitsprüfung respektive Gelassenheitstraining) erschrickt mein Pferd sehr oft. Wie kann ich ihn beschäftigen, dass es ruhiger wird?
  • Mein Pferd muss beschäftigt werden, kann das Körpertraining für genug Abwechslung sorgen?

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[Blog] Ist das Pferd ein „Gewichtsträger“?

Ich höre in meiner Praxis immer wieder die Worte:

  • Mein Pferd ist ein Gewichtsträger
  • Pferde sind generell Gewichtsträger
  • Ich habe mir, meinem Gewicht entsprechend, einen Gewichtsträger gekauft
  • Es ist ein Kaltblut / eine robuste Rasse, also kann es Gewicht tragen

Wenn ich dann frage, was unter einem Gewichtsträger zu verstehen ist, wird allerdings nur mit den Schultern gezuckt, daher möchte ich heute etwas Aufklärungsarbeit leisten.

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[Frage] Warum arbeitet ihr nicht mit Biegung und Stellung?

Antwort:

Zuerst sollte geklärt werden, warum Stellung und Biegung in der Reiterei so hoch bewertet wird. Was bedeuten diese beiden Begriffe:

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[Frage] Wie kann uns die Galopparbeit im Training unterstützen?

Antwort:

Der Galopp ist die Gangart mit der meisten Dynamik. Eine hohe Bewegung und damit schnelle Fortbewegung setzt – gerade für das Fluchttier Pferd – eine erhöhte Abwärtstendenz voraus. Wenn man schnell wegwill, dann rennt man eher bergab als bergauf 😉 daher ist die Galopparbeit in erster Linie von der Körperhaltung des Pferdes abhängig und was man mit dem Galopp erreichen möchte.

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[Frage] Was ist eine gute Körperhaltung bzw. wie wird diese definiert?

Antwort:

Das liegt wohl immer im Auge des Betrachters und es wird viele Antwortmöglichkeiten geben.

Wir sagen: Nur eine gesunde Körperhaltung ist eine gute Körperhaltung!
Aber wie definiert sich das?

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[Frage] Kann uns ein Band, um die Hinterhand, beim Training unterstützen?

Die Gegenfrage dazu lautet: Was soll dieses Band denn machen?

Viele möchten, dass das Pferd vermehrt unter seinen Schwerpunkt tritt. Es sollte aber Sinn und Zweck der Pferdeausbildung sein, den Schwerpunkt zur Hinterhand zu verlagern und das Pferd aufzurichten. Warum soll das Pferd dann weit untertreten und mit der Hinderhand die Vorhand überholen?

Früher forderte man das Untertreten, weil die Pferde noch steif bzw. fest in den Gelenken waren und man so mehr Geschmeidigkeit erreichen wollte. Heute sind die Pferde überbeweglich und haben einen angezüchteten Raumgriff, sie treten sich teilweise schon selber – mit der Hinterhand in die Vorhand.

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[Frage] Mein Pferd baut keine (Rücken-)Muskulatur auf, woran liegt das? Hilft ausbinden?

Antwort:

Ein Muskel ist über Sehnen am Knochen befestigt. Er kann sich nur aufbauen, indem er arbeitet. [Frage] Mein Pferd baut keine (Rücken-)Muskulatur auf, woran liegt das? Hilft ausbinden? weiterlesen

[Frage] Warum ist mein Pferd immer so verspannt?

Antwort:

Eine Verspannung ist eine sehr schmerzhafte Muskelverhärtung, welche durch Überanstrengung hervorgerufen wird, diese kommt durch anstrengende Haltearbeit der Muskulatur zustande.

Wieder ein Beispiel zum Selbermachen (oder zumindest um darüber nachzudenken) – diese Übung kann auch auf das Pferd übertragen werden:
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