[Blog] Der (angezüchtete) Raumgriff und seine Tücken

Immer wieder werden uns Pferde vorgestellt, welche einen „tollen Raumgriff“ haben bzw. genau deswegen gekauft worden sind.

Doch bedauerlicherweise halten diese Pferde (mit besonderem Gangwerk – gerade im Schritt) nicht sonderlich lange. Schnell werden sie taktunrein, stellenweise widersetzlich, bekommen eventuell sogar Muskelrisse (gerade in der Hosenmuskulatur).

Warum ist ein erhöhter Raumgriff schädlich bzw. warum kann er Krankheiten auslösen und vor allem, welche? [Blog] Der (angezüchtete) Raumgriff und seine Tücken weiterlesen

[Blog] Atemwegserkrankungen in Verbindung mit Übergewicht / EMS

Immer wieder treffe ich auf Pferde, welche unter Atemproblemen leiden. Gerade in den letzten Wochen ist dieses Thema weit verbreitet und die Pferdebesitzer verzweifeln. Als Erstes hatten wir mit sehr hohen Feinstaubwerten zu tun und dann kamen die heftigen Temperaturschwankungen dazu.

Aber auch eine falsche Körperhaltung führt zu Husten. Bei Verspannungen und Blockierungen im Bereich der Rippen und der Brustwirbelsäule, ist eine freie Atmung nicht möglich. Unpassendes Equipment und falsches Training führen ebenfalls zu Atemwegsproblemen.

Zudem leiden auch Pferde mit Übergewicht vermehrt unter Husten – warum dies so ist, erkläre ich euch im folgenden Beitrag.

Vorher noch kurz gesagt:

  • Nicht jedes übergewichtige Pferd hat EMS (equines metabolisches Syndrom)!
  • Aber fast jedes EMS-Pferd ist (oder war) übergewichtig.
  • EMS ist eine krankhafte Stoffwechselstörung, während Übergewicht „nur“ eine zu hohe Körpermasse ist.

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[Blog] Motivation oder follow the money?

In letzter Zeit hatte ich viele Bitten, mich mit bestimmten Trainingsrichtungen, Anatomievideos und Blogartikeln von Pferdeleuten auseinander zu setzen.

Mit der Frage: Ist das korrekt und hilft es meinem Pferd?

Interessant war, dass sich alle streiten. Jeder denkt, nur man selbst wisse es am besten. Es wird über andere hergezogen, die Aussagen angezweifelt und das eigene Wissen hervorgehoben. Es wird mit Fachwörtern, Quellenangaben und Untersuchungsergebnissen herumgeworfen und auf die Wissenschaft verwiesen – die irgendwie auch jeder für sich gepachtet zu haben scheint.

Dabei gibt es aber den Unterschied, dass sich Theorie und Praxis nicht gleichen. Man kann noch so viel theoretisches Wissen ansammeln, wenn die Praxis nicht stimmt, bringt es nichts.

Als Beispiel:
Du möchtest unbedingt Fahrrad fahren lernen. Du kaufst dir daher zig Bücher und liest alles, was es über das Radfahren zu wissen gibt. Und dann steigst du in den Sattel und es klappt nicht. Fahrradfahren kann man nicht durch Lesen lernen, man muss es machen und das immer wieder, bis es klappt. Wenn man einigermaßen weiß, was man tut, kann man sich mit der Theorie beschäftigen und seine Kenntnisse verfeinern. Aber nur durch die Theorie wird man kein Profi.

Daher prüft, was euch die Leute erzählen (Theorie). Schaut euch die Ergebnisse (Praxis) an und stellt euch eher die Frage: Welche Motivation steht hinter dem Konzept?


Bei AIKA liegt die Motivation bei einem gesunden Pferd:

„Meine Motivation ist ein ausgeglicheneres, kraftstrotzendes Pferd zu haben, dass sich in seinem Körper wohlfühlt und ausbalanciert bewegen kann.“


Wo aber liegt die Motivation bei Trainern, Tierärzten, Ausbildern und Therapeuten aus anderen Richtungen?

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[News] Unsere Erfahrung, ist euer Vorteil

Aktuell findet man überall Artikel und Videos über die modernen Pferde, ihre Krankheiten und die Probleme.

Es freut uns sehr, dass dies endlich wahrgenommen wird, macht uns aber auch traurig, dass dies so lange gedauert hat.

Nun ist die Suche nach Trainingsmethoden groß, welche das Pferd unterstützen. Wir können euch gezielt helfen, denn das Körpertraining wurde bereits 1995 entwickelt und auf die Veränderungen der Pferde angepasst. Wir haben mit der Veränderung der Pferde auch immer wieder das Training angepasst.

Ihr profitiert also von unserer langjährigen Erfahrung, im Umgang mit statisch veränderten Pferden.

Der Werdegang:

Ab dem Jahrgang 2000 veränderte sich der Schwerpunkt der Pferde. Die Abwärtshaltung wurde mehr.

Ab dem Jahrgang 2005 veränderten sich die Körpermaße. Der Pferderücken wurde kürzer, die Beine wurden länger. Es ging von einem liegenden Rechteck zu einem aufgestellten Rechteck.

2007 begannen Barbara Schulte und Ulrike Paulus mit der Arbeit an ihrem Buch „Vom Fluchttier zum Designerpferd“.

Ab dem Jahrgang 2010 waren die Bewegungen der Pferde verwaschen bis überbeweglich. Die Motorik hatte sich, aufgrund der veränderten Körpermaße, verändert. Die Pferde mussten instabiler werden – die Hinterhand tritt an der Vorhand vorbei, die Hinterhand läuft nach hinten raus, das Genick wird leichter.

2012 erschien das Buch „Vom Fluchttier zum Designerpferd“ beim Müller Rüschlikon Verlag:

Anzeige über das Amazon-Partnerprogramm

Ab dem Jahrgang 2015 wurde die Tragfähigkeit der Hinterhand noch weiter herabgesetzt. Diese bricht regelrecht hinter dem Pferd ein. Verletzungen und Unfälle häufen sich.

Mit Anklicken des Videos werden Daten an Youtube übertragen. Näheres unter Datenschutz

 

Ab dem Jahrgang 2020 sind die Skelette so verändert, dass selbst bei Röntgenuntersuchungen an Fohlen kaum noch makellose Wirbelsäulen zu finden sind. ECVM, Facettengelenksprobleme und Spinalkanalstenosen sind die Tagesordnung. Durch die Hypermobilität leidet auch das Gewebe, daher kommt es beispielsweise auch vermehrt zu Koliken, Sehnenschäden und Aortenabrissen.

Ihr sucht Hilfe? – Dann meldet euch!

Wir unterstützen euch mit einem angepassten Training.
Wir kennen die Entwicklung, weil wir seit Jahren mit den Pferden arbeiten.
Wir bieten seit 2018 auch virtuelles Lernen an.

Ulrikes Werdegang könnt ihr hier detailliert nachlesen.

Corinnas Werdegang könnt ihr hier detailliert nachlesen.

Auch bei unseren Partnern achten wir auf Weiterbildung und Anatomieverständnis.

Physiotherapie / Osteopathie

Das Körpertraining bei Pferden ist funktionelle Arbeit am gesamten Organismus – vergleichbar mit Physiotherapie.
Es unterstützt die Gesunderhaltung von Skelett, Muskeln, Sehnen, Bändern und Organen und verfolgt ein klares Ziel: einen stabilen, tragfähigen Körper zu entwickeln, der sich selbst und den Reiter langfristig schadensfrei tragen kann.

Dabei steht jedes Pferd als Individuum im Mittelpunkt.

Das Training wird nicht nach Schema F aufgebaut, sondern an den jeweiligen Körper, seine Möglichkeiten und seine Grenzen angepasst.
Das Pferd bleibt dabei ein aktiver Partner: Es gibt Tempo und Gangart mit vor, während der Fokus konsequent auf einer gesunden, entlastenden Bewegung liegt – ähnlich wie in der Humanphysiotherapie, in der Übungen gezielt gewählt und an Beschwerden angepasst werden.

Die Osteopathie ergänzt diesen Ansatz auf struktureller Ebene und beschreibt das Zusammenspiel von Körperstruktur und Funktion – denn steht das Skelett nicht korrekt, entstehen Spannungen: in der Muskulatur, in den Sehnen und letztlich auch in den Organen.

Flyer

Terminanfragen bitte via Mail oder unter +49 151 41257291.

Sweeney Shoulder – Lähmung des nervus suprascapularis

Unfälle sind leider keine Seltenheit – und ihre Folgen können gravierend sein. In diesem Fall erlitt das Pferd im September 2022 einen Sturz, bei dem der Nervus Suprascapularis geschädigt wurde. Dieser Nerv ist entscheidend für die Versorgung der Muskulatur rund um das Schulterblatt und damit für die Stabilität der Schulter bzw. der kompletten Vorhand und damit auch des Rumpfes.

Nach einer ersten physiotherapeutischen Stabilisierung im Stand haben wir gezielt mit der Bewegungstherapie im Rahmen des Körpertrainings begonnen.

Im Video wird deutlich:

  • Die linke Vorhand war nach dem Unfall stark instabil,
  • der Bewegungsablauf deutlich eingeschränkt und unsicher.

Das Ergebnis nach vier Monaten gezieltem Training:

  • das Pferd steht wieder entspannt
  • freie, deutlich stabilere Bewegung im Bewegungsstall
  • selbst der Galopp ist wieder möglich
Mit Anklicken des Videos werden Daten an Youtube übertragen. Näheres unter Datenschutz

Ein Beispiel dafür, wie wichtig gezielte, durchdachte Therapie und Training für die Regeneration und langfristige Stabilität des Pferdes sind!


Weiterführende Informationen

Die sogenannte Sweeney Shoulder beschreibt eine Schädigung des Nervus Suprascapularis, die meist infolge eines Traumas entsteht – zum Beispiel durch einen Sturz, einen Anprall oder ein Hängenbleiben (bspw. an einer Raufe). Dieser Nerv versorgt wichtige Muskeln rund um das Schulterblatt, insbesondere den Musculus Supraspinatus und den Musculus Infraspinatus.

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