[Frage] Wann läuft die HH des Pferdes im Lot?

Antwort:

Quelle Wikipedia: […] Ein Lot ist in der Geometrie eine Strecke oder Gerade, die auf einer gegebenen Geraden oder Ebene senkrecht steht. […]

Und nun münzen wir den obigen Text mal auf das Lebewesen um:

Die bunten Linien sind das Lot. Es fällt immer senkrecht durch den sich tragenden Körper.

Der Unterschied hier:
GRÜN: trägt sich gesund. Alle Körperteile sind in einer Linie, die Belastung ist gleichmäßig. Das Becken steht lotrecht.

BLAU: Belastet durch das stehen hinter dem Lot seine unteren Gelenke und den unteren Rücken. Das Becken steht nach vorne gekippt (anterior).

ROT: Belastet durch das stehen vor dem Lot die oberen Wirbelsäulenabschnitte. Das Becken steht nach hinten gekippt (posterior).

In der Bewegung ist GRÜN lange belastbar. Alle Kräfte im Körper werden gleichmäßig verteilt.
BLAU hingegen neigt dazu, eher zu stolpern und mit dem Oberkörper nach vorne zu kippen. Fußgelenke, Knie, Becken und der Schulterbereich leiden.
Bei ROT ist die Gefahr des nach hinten kippens enorm. Rot hängt sich in die Schultermuskulatur und überlastet so die oberen Wirbelsäulenschnitte und die daran befestigte Muskulatur.

Probiert die Haltungen im Stand sowie im Gehen aus, ihr werdet einen Unterschied merken!


Beim Pferd ist das ganz ähnlich. Ausschlaggebend ist immer das Becken – genau wie bei uns Menschen:

GRÜN:

Hier ist das Becken in der perfekten Stellung für dieses Pferd. Die Hinterhand fußt, mit lotrechter Röhre, vor dem Ende des Sitzbeinhöckers und greift auch nicht zu weit vor. Der Rücken ist angehoben.


BLAU:

Hier ist das Becken nach vorne (anterior) gekippt. Es gibt zwei Arten von dieser Art:
1. Das Becken drückt das Hinterbein nach hinten raus und die Wirbelsäule wird nach vorne unten in das Pferd gedrückt.
2. Die Hinterhand ist so kraftlos, dass sie wegbricht und das Pferd sich selbst nicht mehr tragen kann – es hat schlichtweg die Hinterhand im Stall vergessen.


ROT:

Hier ist das Becken nach hinten (posterior) gekippt. Die Hinterbeine stehen vor dem Lot, sehr weit unter dem Körper. Durch die Überdrehung des Beckens und damit auch der Wirbelsäulenaufhängung, kommt der Rücken nicht hoch und der obere Wirbelsäulenabschnitt wird künstlich aufgerichtet.


Fazit:

  • Das Laufen im Lot funktioniert nur mit einem stabilen Becken, welches den Körper gezielt unterstützen kann.
  • Die Beine müssen im Bereich der Lotrechten stützen. Ein zu weites untertreten oder ein zu langes Stützen schadet der Balance.