[Frage] Was bedeutet „aus der Schulter rausheben“?

Antwort:

Der Rumpf hebt sich zwischen den Schultern nach oben – ergo Aufrichtung!
Ihr dürft wieder turnen, denn ich habe ganz tolle Übungen für euch 😀

Übung 1:

Im Stand:

Begebt euch in den Vierfüßlerstand und lasst euren Oberkörper zwischen eure Schultern gleiten. Ihr kommt tiefer, wenn ihr eure Hände nicht im Lot, sondern etwas weiter dahinter aufsetzt, zudem werdet ihr euer Becken nach hinten oben bewegen, um ein Gegengewicht zu erzeugen, welches euch vor dem Umkippen bewahrt.

Auch ein Pferd nimmt so eine Haltung ein. Ein nach hinten hoch rausgestelltes Becken ist mittlerweile normal.

In der Bewegung:

Versuche dich nun vorwärts zu bewegen, du wirst merken, dass du deinen Kopf / Hals aufrichten musst, ggf bekommst du Schwierigkeiten beim Atmen und oder sogar Angst, dass du hinfällst.


Übung 2:

Im Stand:

Im Stand ist es nicht möglich alle Muskeln bzw Muskelketten zu aktivieren, welche du zum Rausheben benötigst. Es wäre daher eher ein „Katzenbuckel“ und auch hier wären deine Arme und Beine aus dem Lot. Diese Übung funktioniert nur in Bewegung.

In Bewegung:

Versuche beim Laufen deine Wirbelsäule gerade zu lassen. Helfen könnte ein Buch (wenn dein Körpergefühl noch nicht so gut ist), welches du dir auf deine Lendenwirbel legst, so bleiben auch die Beine bei der Vorwärtsbewegung immer im guten Winkel zum Lot. Mit der Zeit lernst du die Bewegungen, welche deine Arme und Beine in einem gesunden Winkel lassen, deine Wirbelsäule stärken und diese so aufrichten.

Das Bild zeigt die Veränderung von Übung 1 zu Übung 2:


Übung 3:

Im Stand:

Begebe dich erneut in den Vierfüßlerstand und achte auf das Lot deiner Beine, wenn die Oberschenkel senkrecht auf den Knien stehen, kannst du über die untere Rumpfmuskulatur Kraft aufbauen und deinen Rumpf anheben, deine Schultern werden frei.

In Bewegung:

In der Bewegung ist diese Form der „Aufrichtung“ nur kurz auszuführen.  Das Anheben erfordert Kraft.


Übung 4:

Im Stand:

Begebe dich in den Vierfüßlerstand und schiebe deine Beine nach hinten raus – was für ein Zufall, du hebst dich aus den Schultern raus! Dein Oberkörper ist ja nun viel höher als dein Becken. Aufrichtung kann ja so einfach sein! IRONIE AUS

In Bewegung:

Versuche dich nun vorwärts zu bewegen. Du wirst wie bei Übung 1 deinen Kopf / Hals nach oben strecken, um dich auffangen zu können. Deine Beine wollen sich vermehrt dem Lot nähern, du bekommst Druck im Rücken, aber umso mehr du versuchst deine Beine näher an deinen Körper zu stellen, umso schneller wirst du – viel Freude beim Anhalten.

Das Bild zeigt ein neumodisches Bergaufmodel. Die Hinterbeine schieben und drücken nach vorne. Die Vorhand trägt komplett die Last von oben und hinten.