Frage: Was ist der Unterschied zwischen positiver und negativer Anspannung?

Antwort:

Aus der positiven Anspannung kann nur die Losgelassenheit entstehen; aus der negativen Anspannung entstehen Verspannungen, Muskelkrämpfe und Schmerzen.

Wer meine Beiträge regelmäßig liest, wird wissen, dass ich euch diese Frage liebend gern mit einer Übung zum ausprobieren näher bringen werde:

Befüllt einen Rucksack mit ein paar vollen Wasserflaschen, ein paar Kilo sollte der Rucksack schon haben, sonst dauert das Experiment zu lange 😉

Setzt diesen Rucksack nur mit einer Schulterschlaufe auf, so dass ihr den Sack nur mit einer Schulter stützt und nun geht ihr fleißig spazieren. Seid euch bewusst, dass ihr den Rucksack nicht abnehmen und nicht die Schulter wechseln dürft. Ihr seid in einer „Zwangshaltung“ gefangen, ihr könnt weder Arm noch Schulter entspannen, sonst würde euch der Rucksack von der Schulter rutschen. Die Muskeln an der Schulter, ggf der ganzen Körperseite, fangen an zu rebellieren, weil die Belastung und euer ganzes Gangverhalten ungleichmäßig ist. Nach dem Muskelbrennen folgen Verspannungen / Verhärtungen, welche dann wegmassiert werden müssen. Dies ist die negative Anspannung, welche niemand haben will, aber leider sehr häufig auftritt, oder warum glaubt ihr gibt es so viele Kurse und Bücher über Massagen beim Pferd / Mensch?!

Je nachdem wie weit ihr die erste Phase des Experimentes getrieben habt, solltet ihr eine Pause einlegen um die positive Anspannung zu testen, sonst wird das Ergebnis nicht klar – Muskelschmerzen brauchen um zu vergehen.

Für die positive Anspannung braucht ihr Beweglichkeit, daher setzt den Rucksack nun wie vorgesehen mit beiden Schulterriemen über beide Schultern. Haltet euren Rücken gerade und lauft. beim Laufen könnt ihr mit den Armen schwingen, die Schultern kreisen lassen oder die Arme über dem Kopf kreuzen. Wenn ihr nicht mehr könnt, lassen die Muskeln los – die Arme sowie Schultern sinken herunter und ihr könnt den Rucksack trotzdem tragen. Eure Arme sind aber nun in Losgelassenheit und baumeln neben eurem Körper herunter.

Ein anderes Beispiel aus der Pferdewelt:

Negative Anspannung: Ein Pferd wird in die Aufrichtung gezwungen (Zwangshaltung), die negative Anspannung entsteht und es verkrampft. Krampfende Muskeln werden nicht bewegt und verkümmern im schlimmsten Fall.

Positive Anspannung: Ein Pferd wird über Muskelkreisläufe (siehe Körpertraining) aufgerichtet und hat irgendwann keine Kraft mehr um sich zu tragen. Es lässt los und geht in Losgelassenheit.

Weitere Fragen? Gerne beantworten wir diese! Schreibt uns entweder über die Kommentarfunktion oder über unser Kontaktformular an.

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